Adduktorenprobleme
Unzureichende Rehabilitation
nach Sportverletzungen sind der
wichtigste Faktor für eine
Rezidivverletzung. Kaum eine Fußballverletzung
ist so banal, daß auf rehabilitative
Maßnahmen verzichtet werden
kann. Das Rehabprogramm sollte
den verletzten Bereich langsam
ansteigend belasten mit dem Ziel,
Schritt für Schritt wieder
zur alten sportlichen Aktivität
zurückzukehren. Die Vorraussetzung
hierfür ist frühestens
dann gegeben, wenn das volle Bewegungsausmaß wieder
erreicht ist und schmerzfrei realisiert
werden kann. Die Koordination darf
nicht eingeschränkt sein,
und die muskuläre Kraft muß mindestens
wieder 90% des Wertes vor der Verletzung
erreicht haben.
Therapie bei Adduktorenzerrung
(-problemen):
- Akuttherapie
Lokal
Eis, Bewegungen die Schmerzen auslösen
sollten vermieden werden.Entzündungshemmende
Medikamente (zB Voltaren, od.
Brufen) können
kurzfristig gegeben werden.
Mit der Schmerzbekämpfung
setzt allmählich ein vorsichtig
aufgebautes und überwachtes
Mobilisierungsprogramm der Muskulatur
ein.Beginn mit isometrischen
Kontraktionen über einige
Sekunden ohne Widerstand bis
zur Schmerzgrenze. Dann isometrische
Kontraktionen gegen Widerstand
bis zur Schmerzgrenze.Das Bewegungsausmaß der Übungen
wird vorsichtig gesteigert, es
kommen vorsichtige Dehnungsübungen
hinzu. Bei chronischen Beschwerden
kann früh mit Dehnungsübungen
begonnen werden. Sobald dies
ohne Schmerz möglich ist,
können dynamische Übungen
ohne und später gegen steigenden
Widerstand durchgeführt
werden.
-
Nachfolgetherapie
Die zweite Phase beginnt
nach Widergewinnung des vollen
Bewegungsausmaßes aller Muskelgruppen.Das
Ziel besteht in dem Ausgleich der
inzwischen eingetretenen Inaktivitätsatrophie.
In dieser Phase sollten ev. Faktoren,
die zu denBeschwerden beigetragen
haben beseitigt werden. Dies können
Muskelschwächen im Bereich
der Leiste, speziell der Adduktorengruppe,
der
Bauch und Lendenmuskulatur
sein oder eine zu geringe Flexibilität
im Bereich von Leiste und Wirbelsäule.In
dieser Phase empfielt sich Wärmeanwendung,
speziell vor Beginn des Muskeltrainings
durch Wärmepackungen. Auch
Wärmebandagen haben sich
bewährt. Durch die Wärme
kommt es zu einer verbesserten
Dehnbarkeit des Kollagens in
Muskel und Sehnen.
Führt die konservative
Therapie nicht im Verlauf von
2-4 Monaten zu einem befriedigendem
Erfolg, kann an lokale Infiltrationen
gedacht werden. Auf keinen Fall
jedoch sollte in die Sehne selbst
infiltriert werden. Nach einer
Infiltration sollte jedoch eine
1-2wöchige Ruhigstellung
bzw. Schonung folgen.
Als unterstützende Maßnahmen
bei konservativer Therapie können
lokal US (Jontophorese) und ev.
Elektrotherapie angewandt werden.
-
Phase-Wiederaufnahme des Sports
Die dritte Phase beginnt,
wenn die normale konzentrische
und ein ausreichendes Maß an
exzentrischer Kraft wiederhergestellt
ist.Im Vordergrund des Bewegungsprogramms
stehen Übungen zur Wiederherstellung
von Koordination und Schnellkraft
sowie Sportzpezifische Belastungen.
Je nach Sportler werden auch Belastungen
zur Verbesserung der allgemeinen
Ausdauer durchgeführt,
wie Radfahren und speziell
Rückenschwimmen. Als nächstes
folgt Lauftraining. Sprints sollten
im Training erst dann wieder
aufgenommen werden, wenn dynamische Übungen
gegen maximalen Widerstand und
Laufen beschwerdefrei möglich
sind.
Heilungsdauer
In einer Untersuchung fanden Renström
u. Peterson 1980 bei Sportlern mit
subchronischen und chronischen Leistenbeschwerden
eine sehr lange Wiederherstellungszeit.
Bei 42% der Athleten dauerte es länger
als 20 Wochen (1/2 Jahr) bis sie
wieder in die alte sportliche Aktivität
zurückkehren konnten.
Prävention
Die
Prävention von Leistenbeschwerden
besteht vor allem in Kräftigungs
und Dehnungsübungen der Adduktoren,
die konsequent vor jeder Trainingseinheit
als integraler Teil des Aufwärmens
durchgeführt werden sollten.
Auf die Notwendigkeit Leistenbeschwerden
ernstzunehmen kann nicht ausdrücklich
genug hingewiesen werden. Werden
solche Beschwerden nicht ausreichend
behandelt, können sie leicht
chronisch werden und sind dann sehr
schwer therapeutisch beeinflußbar.
In manchen Fällen kann dies
zu einer vorzeitigen Beendigung der
sportlichen Laufbahn führen.
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